Smilab Retentionstherapie
Robotic Bending
Der individuelle festsitzende Retainer wird nach dem digitalen Modell des Patienten robotergestützt gebogen. Er hilft, das Ergebnis der abgeschlossenen Behandlung unabhängig von der Mitarbeit des Patienten zu erhalten.
Warum reicht eine transparente Schiene allein nicht?
Eine transparente Retentionsschiene ist ein wertvolles Hilfsmittel. Ihr Erfolg hängt aber ganz davon ab, dass der Patient sie regelmäßig trägt. Mit der Zeit wird sie seltener getragen, die Zähne wandern in Richtung ihrer alten Position, und das Ergebnis monatelanger Arbeit geht unbemerkt verloren. Ein festsitzender Retainer beseitigt dieses Compliance-Risiko: Die Retention hängt nicht mehr davon ab, dass der Patient daran denkt.
Warum klassische Retainer-Drähte nicht genügen
Verdrillte Edelstahldrähte und Ketten- oder Flechtdrähte werden seit vielen Jahren eingesetzt. Die Literatur berichtet jedoch übereinstimmend von drei strukturellen Schwächen:
Materialermüdung und Bruch
Die wiederholte Belastung durch Kaukräfte führt bei Stahldraht mit der Zeit zu Ermüdung und Bruch. In veröffentlichten klinischen Serien werden Bruch- und Ablöseraten zwischen 7,3 % und 50 % berichtet.²
Ablösung vom Komposit (Debonding)
Die Haftverbindung zwischen Draht und Komposit ist vor allem in den ersten 24 Monaten gefährdet. Im ersten Jahr versagt sie deutlich häufiger.³
Unerwünschte Zahnbewegung
Bei klassischen mehrsträngigen Retainern wurden unerwünschte Zahnbewegungen durch Aktivierung des Drahts berichtet (Torque-Veränderung, X-Effekt). Drähte, die ursprünglich aus Armbändern oder Schmuckketten stammen, sind nicht für die Bogengeometrie konstruiert.⁶
Was Smilab Robotic Bending auszeichnet
Ein festsitzender Retainer aus Nickel-Titan (NiTi), robotergestützt nach dem digitalen Modell des Patienten gebogen und für die dauerhafte Retention konstruiert.
Superelastisches NiTi
NiTi lässt sich 10- bis 30-mal stärker verformen als gewöhnliche Metalle und kehrt in seine ursprüngliche Form zurück. Es ist ein bewährtes Material für Medizinprodukte wie Stents und Wurzelkanalfeilen. So durchbricht es den Kreislauf aus Ermüdung und Bruch bei handgebogenem Stahl.⁴
Robotergestützte Präzision
Da der Draht robotergestützt nach dem digitalen Modell der Zahnmorphologie des Patienten gebogen wird, liegt der Bogen passiv und exakt auf der Zahnoberfläche. Restspannungen wie beim Biegen von Hand entstehen nicht.
Fortschrittliche Oberflächenbearbeitung
Eine Oberflächentechnologie mit doppeltem Charakter verbessert die Haftung des Komposits und verringert die Biofilmbildung. In einem In-vitro-Vergleich wurden um 47 % höhere Haftwerte als bei verdrilltem Edelstahl gemessen.
Erhalt der physiologischen Zahnbewegung
Der NiTi-Retainer lässt die natürliche (physiologische) Mikrobewegung der Zähne zu. Diese Flexibilität wird als Vorteil für Patienten beschrieben, die langfristig Zahnverlust durch Wurzelresorption vermeiden möchten.⁵
Klinisches Protokoll
Ein vollständig digitaler Ablauf in vier Schritten:
- 1
Digitale Abformung
Die Abformung erfolgt ausschließlich mit dem Intraoralscanner. Fehler bei der konventionellen Abformung entfallen damit vollständig. Vor dem Scan müssen aktive Elemente wie Power Chains entfernt sein, und der letzte Bogen sollte seit mindestens 3 Monaten eingesetzt sein.³
- 2
Fertigung per Roboterbiegung
Der Draht wird individuell nach der Zahnmorphologie des Patienten in einem Robotersystem gebogen. Er wird nicht von Hand geformt.
- 3
Passiver Sitz und Bonding
Der Draht liegt passiv an der Zahnoberfläche an und wird nach dem empfohlenen Bonding-Protokoll befestigt (geeignete Oberflächenvorbereitung + lichthärtendes Adhäsiv).
- 4
Kombiniert mit transparenter Schiene
Für ein verlässlicheres Ergebnis wird in den ersten 2 Jahren die Kombination mit einer transparenten Schiene empfohlen. Im Oberkiefer-Frontzahnbereich und bei Tiefbiss sollte die Schiene nicht nur nachts, sondern auch tagsüber getragen werden.

Fallauswahl
Der robotergebogene Retainer ist nicht in jedem Fall die erste Wahl. In folgenden Situationen sollten wir das Retentionskonzept gemeinsam bewerten:
- Tiefbiss im Oberkiefer (Kontakt der unteren Schneidezähne mit dem Retainer)
- Unzureichender Overjet (zu wenig Platz zwischen oberen und unteren Schneidezähnen)
- Okklusale Kontaktpunkte im Frontzahnbereich
- Offener Biss
In diesen Fällen prüft unser Team die Eignung anhand Ihrer digitalen Abformung und schlägt bei Bedarf eine alternative Retention vor.
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Zahnarzt-PortalQuellen
- Little RM, Riedel RA, Årtun J. An evaluation of changes in mandibular anterior alignment from 10 to 20 years postretention. Am J Orthod Dentofacial Orthop 1988;93:423-428.
- Jedliński M, Grocholewicz K, Mazur M, Janiszewska-Olszowska J. What causes failure of fixed orthodontic retention? — systematic review and meta-analysis of clinical studies. Head Face Med 2021;17:32.
- Egli F, Bovali E, Kiliaridis S, Cornelis MA. Indirect vs direct bonding of mandibular fixed retainers in orthodontic patients: comparison of retainer failures and posttreatment stability. Am J Orthod Dentofacial Orthop 2017;151:15-27.
- Liou EJ, Chen LI, Huang CS. Nickel-titanium mandibular bonded lingual 3-3 retainer. Am J Orthod Dentofacial Orthop 2001;119:443-449.
- Roser CJ, Rues S, Erber R, Hodecker L, Lux CJ, Bauer CAJ. Tooth mobility restriction by multistranded and CAD/CAM retainers — an in vitro study.
- Zachrisson BU. The bonded lingual retainer and multiple spacing of anterior teeth. J Clin Orthod 1983;17:838-844.